Rosemary's Baby

„What have you done to him? What have you done to his eyes, you maniacs!“
- „He has his father's eyes.“
- aus Rosemary's Baby

Zur Handlung:
Rosemary (Mia Farrow) zieht mit ihrem Mann Guy in ein neue Wohnung, findet schon bald in den Nachbarn Minnie und Roman Castevet neue Freunde, wie es scheint. Doch anstatt einem Zuhause soll sie doch nur auf großen Schrecken stoßen, als ihr Mann, ein begeisterter doch erfolgloser Schauspieler, ohne ihr Wissen einen Pakt mit dem Teufel schließt, der seiner Karriere wieder einen Schub verpassen soll. Der Preis: Rosemary soll das Kind Satans austragen.

Zur Umsetzung:
Ach ja, wieder mal ein Klassiker in meinen ketzerischen Fängen, wieder einmal ein Klassiker, der mich maßlos enttäuschte.
„Rosemary's Baby“ gehört sicherlich zu den bekanntesten und meistgelobten Horrorfilmen überhaupt – wenn man nach den Highlights fragt, so dürfte er neben „Der Exorzist“ und „Das Omen“ zu den regelmäßigsten Nennungen zählen.
Auf Basis eines Romans von Ira Levin und verfilmt von dem seinerseits als Legende zu bezeichnenden Roman Polanski, waren meine Erwartungen an den Film doch sehr hoch, als er mir vergangenes Frühjahr endlich mal in die Finger kam, denn obschon Klassiker, war er mir doch immer wieder durch die Lappen gegangen.

Klar, die Handlung ist im Grundsatz bekannt, der neulich hier rezensierte „The Calling“ zitiert ja auch, aber mit Sicherheit nicht als einziger Film, ausgiebig daraus, doch das war bei „Der Exorzist“ ja auch nicht anders und den halte ich noch heute für einen der unheimlichsten Filme überhaupt.
Doch schon rein inhaltlich war „Rosemary's Baby“ da eine herbe Enttäuschung. Die Protagonistin ist einfach eine dumme Nuss, die gerade zu Beginn dem Blondinenklischee einfach perfekt entspricht. Man hat als kritischer Zuschauer eigentlich immer mehr Durchblick als sie, doch das erzeugt keine Spannung, sondern Frust, wenn Rosemary mal wieder irgendetwas nicht bemerkt. Ihr man fällt dabei weniger störend auf … eigentlich fällt er gar nicht auf. Er ist da, integraler Teil der Handlung sogar, aber auch nicht mehr.
Die Schurken des Films, wenn man sie so nennen will, die Satanisten also, haben sicherlich keine Probleme mehr, ihre Rentenansprüche geltend zu machen: sie sind einfach alt!
Das mag natürlich jetzt komisch klingen, wenn man das so sagt, aber es ist ein Fakt: man kann sie kaum ernst nehmen, wer seine Großeltern kennt, der denkt höchstens an die.
Zwar enttarnen sich dann im weiteren Handlungsverlauf noch weitere Satanisten, aber dann gleich so viele, dass das auch nur noch erzwungen wirkt, denn eigentlich haben nachher sowieso fast alle mitgemacht.

Überhaupt ist die Handlung einfach nur dröge. Der Zuschauer durchlebt mit Rosemary ihre komplette Schwangerschaft, sogar etwas mehr, was aber leider auch nicht spannend ist. Rosemary stößt eben mehr und mehr, dennoch quälend langsam, auf die Geheimnisse im Hintergrund, was aber leider oder Schock- oder Gruseleffekt, vor allem aber ohne Spannungskurve abläuft und braucht am Ende dann doch sozusagen die große Satanistenversammlung, die ihr dann noch mal erklärt, was dem Zuschauer schon längst klar ist.
Das ist eigentlich sehr schade, denn Polanski weiß eigentlich, sowohl normale Thriller (etwa „Frantic“) als auch jene mit übernatürlichem Touch (etwa „Die neun Pforten“) gekonnt zu inszenieren … nur hier leider nicht.

Dabei sind die Darsteller eigentlich alle gut. Mia Farrow spielt die Rosemary sehr überzeugend, sowohl als totales Dummchen zu Beginn als auch später, wenn sie eher durchdreht, Ruth Gordons Darstellung der Nachbarin Minnie ist sogar Oscarprämiert. Auch John Cassavetes (Guy) und Sidney Blackmer (Roman) sind nur unwesentlich schlechter, wenn doch nur nicht alles so sterbenslangweilig wäre.
Der Film hat weder Schock-, Horror noch Splatterszenen, keine gruseligen, verstörenden oder bedrohenden Elemente, einen minimalen und im Theme doch entnervenden Soundtrack und ist dabei mit knapp 131 Minuten auch noch richtig lange, besonders in Anbetracht des Alters des Films.

Das wiederum merkt man der DVD auch sehr an. Tonspuren gibt's in Deutsch und Englisch, aber beide Mono, Untertitel dafür – Paramount halt – in gleich 16 Sprachen. Das Bild ist kaum besser als bei einer Fernsehausstrahlung, es rauscht einfach ganz grausam.

Fazit:
Was bleibt zu sagen?
„Rosemary's Baby“ ist ein Film, den man mal gesehen haben sollte, alleine aufgrund seiner Bedeutung für das Horrorkino. Doch der Film, der in den späten Sechzigern so für aufsehen sorgte, wirkt heute nur noch skurril, bestenfalls, und ist wirklich nichts, für das man Geld auslegen sollte.
Aus der Wühlkiste vielleicht, anders aber keinesfalls.
Er mag Fans haben, der generische Zuschauer von heute wird sich kaum damit zufrieden geben können.


Galerie:{jcomments on}