Perry Rhodan – Die Sternenwächter-Kampagne

„Nicht ... die Arkoniden!“ – Was bedeuten die letzten Worte des sterbenden Topsiders und was hat es mit dem uralten Datenträger auf sich, den er im Todeskrampf umklammert? Bedeuten seine Geheimnisse wirklich eine Gefahr für die BASIS?
vom Backcover von Perry Rhodan – Kinder der Basis

Nachdem mit dem PRRS-Grundregelwerk ein Fundament geschaffen und mit „Die BASIS“ ein Setting etabliert wurde, schickte sich Rainer Nagel an, die Kunden noch mehr für das System zu fesseln. Aus seiner Feder stammt die vorliegende Sternenwächter-Kampagne, die in insgesamt vier Softcover-Bänden erschienen ist, hier aber als Ganzes besprochen sein soll.
Die Aufmachung der Bände gleicht einander sehr. Jeder folgt von der Cover-Aufmachung her den Hardcover-Bänden, jeder hat ein wirklich nett anzuschauendes Titelbild von Swen Papenbrock aufzubieten und bei jedem Band stammen die Innenillustrationen von FuFu Frauenwahl. „Finale für die Guardians“ fällt einzig etwas aus dem Rahmen, da hier die Pappe des Einbandes deutlich dünner und labiler ist als bei seinen drei Vorgängern. Dafür steht beim „Finale“ endlich, endlich mal ein Preis auf dem Buch; der liegt übrigens für jeden Band bei 12,95 Euro, was für 76 („Die Wächter der Dunkelheit“) respektive je 80 Seiten (die anderen drei Bände) durchaus noch günstig zu nennen ist.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Jungs und Mädels der edition DORIFER ihre Preise durch Auflagenstärke, günstige Produktionskosten, extrem knappe Gewinnkalkulation oder andere Tricks bewerkstelligen, es ist mir aber auch gleich: das sind noch Preise, für die man gerne Rollenspielprodukte kauft.

Bedauerlich fand ich es dagegen übrigens, dass man es doch noch geschafft hat, das Layout noch biederer zu bekommen. Zierleiste und Schrifttypen gleichen weiterhin denen aus dem Grundregelwerk, doch die vertikale Randleiste, die den äußeren Seitenrand in den Hardcovern säumte, ist hier ersatzlos gestrichen worden. Euphemistisch gesehen erhöht das die Textmenge, doch rein praktisch wirken die Bände dadurch noch einen Zacken unspektakulärer. Schade, wo die Aufmachung von außen doch so topp ist.

Nun gut, kommen wir zum Inhalt. Ich versuche mich da mal, ohne zu groß zu spoilern...
In Kinder der BASIS stoßen die Spieler über einen versterbenden Topsider auf verschlüsselte Daten, die offenbar ein großes Geheimnis bergen. Eine Schnitzeljagd später müssen sie feststellen, dass diese Einschätzung stimmte und dass das, worum es geht, die BASIS in einem Maße betreffen könnte, dass sogleich jedwede Machtgruppe hellhörig würde, wüsste sie nur, was gerade vor sich geht. In Kooperation mit dem leitenden Direktor der BASIS persönlich stoßen die Charaktere dann, erstmals seit der erhöhten Hyperimpedanz, in die Weiten des Alls vor, um auf dem Planeten Hyacris ein erstes Finale zu erleben.
Letztlich stehen sie aber doch etwas ohne Spuren da und so bedarf es Band es, Die Fährte der Eloxima, um sie wieder ins Rennen zu bringen. Sie machen sich auf die Spur eines entführten Wissenschaftlers und landen so auf dem Jagdplaneten Shourmager, in dessen Wildnis auch sie sich wagen müssen. Das Finale wird dann noch einmal ganz anders, als man es erwarten sollte und am Ende formt sich doch so langsam ein Gesamtbild heraus.
Nachdem also das vorige Abenteuer auch den Schurken ins Rampenlicht gerückt hat, geht es in Die Wächter der Nacht erneut in eine andere Richtung weiter. Archäologie steht auf dem Plan, denn bei einer Ausgrabung auf dem Planeten Dessopato scheint es weitere Hinweise zu geben. Doch natürlich läuft das alles nicht allzu friedlich ab und am Ende steht ein weiteres, großes Geheimnis.
Finale für die Guardians ist dann auch gleichermaßen das Finale der Kampagne. Hier werden die letzten, offenen Fäden der vorigen Abenteuer endgültig verknüpft, die letzten Fragen beantwortet. Am Ende gilt es noch, ein Syndikat zu zerschlagen, diverse Fragmente der bereits zerschlagenen Pläne aus dem Weg zu räumen, einen Drahtzieher sowie eine geheime Zelle auszuschalten – es wird viel geboten für jene Charaktere, die es bis hier hin geschafft haben.

Insgesamt merkt man den vier Bänden an, dass sie aus geübter Hand kommen. Zwar sind sie die Erstlinge, was das PRRS betrifft, aber Rainer Nagel dürfte mittlerweile auch zu den dienstältesten Rollenspielautoren in Deutschland zählen und weiß ganz offensichtlich, was er tut. Eine saubere Struktur, Handlungs- und Informationszusammenfassungen zu Beginn jedes Buches, vernünftige Ausblicke auf kommende Dinge und ein insgesamt sauber ausgestalteter Plot bilden zusammen ein mehr als solides Fundament für jeden Spielleiter.
Sogar Zeit für einige In-Jokes hat er gefunden. So heißt ein Raumschiff in „Kinder der BASIS“ etwa „Höllengeier“, was auch Nagels Nickname in diversen Internet-Foren war und ist.

Da Nagel zudem auch den Band „Die BASIS“ bereits verfasst hat, fügt sich dann auch noch alles gut zu den Informationen aus dem Band, bis hin zu diversen Verknüpfungen mit Abenteuerkonstrukten aus dem genannten Hardcover. Das schafft Zusammenhalt und macht es fast schon zu einem Kinderspiel, die Spieler in die Kampagne einzubinden.
Wer das PRRS spielt, seine Spieler in die Nähe der BASIS bekommt und zudem Lust hat, eine gekaufte Kampagne zu leiten, der sollte unbedingt mal einen Blick auf die Sternenwächter-Kampagne werfen. Da kann man kaum etwas mit verkehrt machen.


Name: Perry Rhodan – Die Sternenwächter-Kampagne (4 Bände) 
Verlag: edition DORIFER 
Sprache: Deutsch{jcomments on}
Autoren: Rainer Nagel
Empf. VK.: je 12,95 Euro 
Seiten: je 76 bis 80